Natürlich gibt es mittlerweile eine ganze Blogologie, eine Wissenschaft über und vom Bloggen. Ich kann nicht behaupten, mich wirklich damit auseinander gesetzt zu haben. Eines jedoch blieb bei meinen halbscharigen Informationssammlungsmomenten hängen: Der Blog muss ein Thema haben. Darum wird das zentrale Thema meines Blogges, das Leitmotiv sozusagen, meine Fiken. Jetzt, nachdem ich endlich wieder eine schöne große Wohnung mein Eigen nenne, habe ich mir vier Fiken gekauft. Zuerst einen bei Aldi Süd für 1,79 Euro. Ein wunderschöner grüner Ficus Benjamini. Bald folgten noch drei weitere Fiken aus dem Sortiment bei Lidl. Heruntergesetzt auf 1 Euro.
Nach und nach reifte die Idee, meine Erfahrungen mit der Pflege, Haltung und Wartung von Fiken auch meiner Umwelt mitzuteilen. Daher gibt es jetzt den Fiken-Blog. Vier Fiken und ich.
Ich habe langjährige Fiken-Erfahrung. Mein letzter hiess Gertraud, oder Waltraut - da bin ich mir nicht mehr sicher - und wurde heimlich entsorgt, als er nach wenigen Wochen bei mir alle Blätter abfallen liess und dahinschrumpelte zu einem braunen Stengel.
Nun, da aber ein Blog ein Thema braucht, kam für mich als Fikologin nur eine Dokumentation meiner Fikus Benjamini-Zucht in Frage.
Bekräftigt wurde ich dann noch, als ich anfing, in verschiedenen Blogs zu stöbern und feststellte, dass 99 % aller Blogs, die sich dem Thema Gesellschaft verschrieben haben, bei mir Diarrhoe auslösen, dass die meisten Menschen meinen, bloggen zu müssen, obwohl sie nichts zu sagen haben und dass, was sie sagen, dazu führt, dass ich es uninteressant finde, wegklicke, mich drüber lustig mache oder vor Peinlichkeit eine massive Fremdschäm-Attacke bekomme. Auch Blogs in anderen Rubriken weisen ähnliche Merkmale auf. Ein Nachteil des web2.0 ist natürlich zu erkennen, jeder kann hier geistig dünnscheißen und meist finden sich sogar noch Menschen, die den geistigen Dünnschiß lesen.
Nun zurück zu meinen Fiken. Natürlich werde ich auch noch Bilder einstellen, damit der werte Leser sich ein Bild von meinem Projekt machen kann.
Heute habe ich endlich, nachdem die Fiken schon über eine Woche mein Heim zieren, Übertöpfe gekauft, damit ich sie auch gießen kann.
Sicher fragt ihr euch, warum gerade Fiken? Warum nicht eine andere Pflanze, ein Haustier, ein Kind oder irgendeine andere Nichtigkeit. Nun, ich möchte nach den vielen gescheiterten Versuchen, öffentlich dokumentieren, dass ich - wider den Ratschlägen von Gärtnern, Müttern und anderen grünen Daumen - in der Lage bin, einen Fikus Benjamini länger als - sagen wir - 3 Monate gesund in meiner Wohnung zu halten. Wenn in drei Monaten von den vier Fiken noch einer lebt, nenne ich mein Projekt als erfolgreich.